{"id":43871,"date":"2024-07-16T22:18:40","date_gmt":"2024-07-16T20:18:40","guid":{"rendered":"https:\/\/archive.displayeurope.eu\/?post_type=article&#038;p=43871"},"modified":"2024-09-06T16:32:16","modified_gmt":"2024-09-06T14:32:16","slug":"poverty-erodes-european-rights-and-vote","status":"publish","type":"article","link":"https:\/\/archive.displayeurope.eu\/de\/article\/poverty-erodes-european-rights-and-vote\/","title":{"rendered":"Armut untergr\u00e4bt Grundrechte der Europ\u00e4er"},"content":{"rendered":"\n<p>Die Eurobarometer-Umfrage, die Mitte April ver\u00f6ffentlicht wurde, und der Anfang Juni erschienene <a href=\"https:\/\/fra.europa.eu\/en\/news\/2024\/rising-living-costs-and-racism-threaten-fundamental-rights-protection-europe-fras\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Bericht der Agentur der Europ\u00e4ischen Union f\u00fcr Grundrechte<\/a> (FRA), geben Aufschluss dar\u00fcber, wo wie bez\u00fcglich Armut und Ungleichheit heute stehen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Aus dem <a href=\"https:\/\/www.europarl.europa.eu\/news\/en\/press-room\/20240415IPR20389\/geopolitical-situation-makes-voting-in-european-elections-even-more-important\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Eurobarometer<\/a> geht hervor, dass B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger in Europa im Vorfeld der <a href=\"https:\/\/voxeurop.eu\/de\/europawahl-bedenkliche-kleine-braune-welle\/\">EU-Wahlen<\/a> sehr besorgt waren (und es nach wie vor sind) \u00fcber die Zunahme der Armut und der sozialen Ausgrenzung. Auch die Frage nach einer angemessenen Gesundheitsversorgung f\u00fcr alle treibt Europas B\u00fcrger um.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;<a href=\"https:\/\/voxeurop.eu\/de\/kinder-grenzen-inhaftierung-migrations-asylpakt\/\">Einwanderung<\/a> hatte f\u00fcr die europ\u00e4ischen W\u00e4hler keine Priorit\u00e4t, obwohl das Thema in den Medien und in den politischen Kampagnen der rechten Parteien im vergangenen Jahr sehr pr\u00e4sent war&#8220;, <a href=\"https:\/\/www.theguardian.com\/world\/2024\/apr\/17\/poverty-is-bigger-issue-for-eu-voters-than-migration-survey-shows\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">erkl\u00e4rt<\/a> die Br\u00fcssel-Korrespondentin des <strong>Guardian<\/strong>, <strong>Lisa O&#8217;Carroll<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p>Die B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger der EU h\u00e4tten sich gew\u00fcnscht, dass der Kampf gegen Armut und soziale Ausgrenzung (33 %) und die Unterst\u00fctzung des \u00f6ffentlichen Gesundheitswesens (32 %) als Hauptthemen im Wahlkampf diskutiert werden. Andere wichtige Themen w\u00e4ren ihnen die Unterst\u00fctzung der Wirtschaft und die Schaffung neuer Arbeitspl\u00e4tze sowie Verteidigung und Sicherheit, insbesondere in den Nachbarl\u00e4ndern Russlands (D\u00e4nemark, Finnland und Litauen) gewesen.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Was die \u00f6ffentliche Gesundheit anbelangt, so besteht vier Jahre nach der Corona-Pandemie, die gezeigt hat, dass es nicht gen\u00fcgend Krankenhausbetten (die in den letzten 30 Jahren durch K\u00fcrzungen abgebaut wurden), nicht gen\u00fcgend Medikamente und nicht genug und ausreichend bezahltes Personal gibt, verst\u00e4ndlicherweise Grund zur Sorge.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Doch wurde diese von der Politik nicht genug beachtet.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Denn die zitierten Zahlen unterscheiden sich nicht wesentlich von denen der gleichen <a href=\"https:\/\/www.europarl.europa.eu\/news\/en\/press-room\/20231204IPR15637\/survey-shows-europeans-value-eu-membership-and-interested-in-european-elections\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Umfrage im Dezember 2023<\/a>. Auch nicht zu vergessen ist, dass laut <a href=\"https:\/\/ec.europa.eu\/eurostat\/statistics-explained\/index.php?title=Living_conditions_in_Europe_-_poverty_and_social_exclusion&amp;oldid=584082\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Eurostat<\/a> im Jahr 2022 95,3 Millionen Menschen in der EU von <a href=\"https:\/\/voxeurop.eu\/de\/presschau-obwohl-armut-europa-stetig-zunimmt-werden-reichen-noch-nicht-kasse-gebeten\/\">Armut oder sozialer Ausgrenzung<\/a> bedroht waren, was 21,6 % der Bev\u00f6lkerung ausmacht.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Armut schmerzt und es leiden auch Grundrechte darunter<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p>Auf<a href=\"https:\/\/euobserver.com\/eu-political\/ar02b26c36\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><strong> EuObserver<\/strong><\/a> kommentiert <strong>Nikolaj Nielsen<\/strong> die Daten des j\u00fcngsten <a href=\"https:\/\/fra.europa.eu\/en\/news\/2024\/rising-living-costs-and-racism-threaten-fundamental-rights-protection-europe-fras\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Berichts <\/a>der Agentur der Europ\u00e4ischen Union f\u00fcr Grundrechte (FRA) und kommt zu dem Schluss, dass die Grundrechte in Europa in Gefahr sind. Und das nicht nur, weil es Regierungen mit immer undemokratischen Praktiken gibt, sondern auch weil Armut und soziale Ausgrenzung zunehmen.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eSteigende Energie- und Lebenshaltungskosten haben jeden f\u00fcnften Menschen in der EU in die Armut getrieben\u201d, hei\u00dft es in dem Bericht, aus dem ebenfalls hervorgeht, dass Kinder, Frauen, junge Menschen, rassische und ethnische Minderheiten, \u00e4ltere Menschen, LGBTQI-Personen, Roma und Menschen mit Behinderungen am st\u00e4rksten von Armut bedroht und in ihren Grundrechten gef\u00e4hrdet sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Studie nach sind geopolitische Konflikte und die Zunahme von Rassismus daf\u00fcr <a href=\"https:\/\/fra.europa.eu\/en\/news\/2024\/rising-living-costs-and-racism-threaten-fundamental-rights-protection-europe-fras\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">verantwortlich<\/a>, aber auch die Tatsache, dass zivilgesellschaftliche Proteste zunehmend unterdr\u00fcckt werden: \u201eExzessive staatliche Eingriffe, insbesondere gegen das Recht auf Vereinigungsfreiheit, friedliche Versammlung und freie Meinungs\u00e4u\u00dferung, bedrohen die Zivilgesellschaft.\u201d<\/p>\n\n\n\n<p>In der <strong>Tageszeitung<\/strong> <a href=\"https:\/\/taz.de\/Nationaler-Diskriminierungsmonitor\/!6006210\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">berichtet <\/a><strong>Alexandra Kehm<\/strong> \u00fcber etwas ganz \u00c4hnliches in<a href=\"https:\/\/voxeurop.eu\/de\/country\/germany-de\/\"> Deutschland<\/a>: \u201eAsiaten, Muslime oder Farbige haben ein h\u00f6heres Armutsrisiko als der Rest der Bev\u00f6lkerung\u201d. Sie beruft sich dabei auf den Bericht <a href=\"https:\/\/www.rassismusmonitor.de\/publikationen\/rassismus-und-armutsgefaehrdung\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Grenzen der Gleichheit: Rassismus und Armutsgef\u00e4hrdung<\/a>: \u201eW\u00e4hrend 10 % der Frauen und 9 % der M\u00e4nner von Armut bedroht sind, steigen diese Prozents\u00e4tze bei muslimischen Frauen auf 38 und bei muslimischen M\u00e4nnern auf 41 %\u201d, erkl\u00e4rt sie.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Wie kann sich die Rechtslage verbessern?<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p>Ein, wenn auch blasser Trend f\u00fcr ein soziales Europa ist dennoch <a href=\"https:\/\/voxeurop.eu\/de\/streben-nach-sozialen-europa\/\">vorhanden<\/a>, wie <strong>Esther Lynch<\/strong>, Sekret\u00e4rin des Europ\u00e4ischen Gewerkschaftsbundes und <strong>Bart Vanhercke<\/strong>, Forschungsdirektor am Europ\u00e4ischen Gewerkschaftsinstitut betonen: Man denke beispielsweise an die Richtlinie \u00fcber <a href=\"https:\/\/www.consilium.europa.eu\/it\/press\/press-releases\/2024\/03\/11\/platform-workers-council-confirms-agreement-on-new-rules-to-improve-their-working-conditions\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">digitale Arbeit <\/a>oder die <a href=\"https:\/\/eur-lex.europa.eu\/EN\/legal-content\/summary\/minimum-wages-in-the-eu.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Mindestlohn-Richtlinie<\/a>.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Das Bekenntnis zu <a href=\"https:\/\/commission.europa.eu\/system\/files\/2017-12\/social-summit-european-pillar-social-rights-booklet_it.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Sozialrechten als S\u00e4ule Europas<\/a>, das voller guter Absichten steckt, wurde im vergangenen April mit der <a href=\"https:\/\/belgian-presidency.consilium.europa.eu\/fr\/evenements\/conference-de-haut-niveau-le-socle-europeen-des-droits-sociaux\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Erkl\u00e4rung von La Hulpe<\/a> untermauert. Diese wurde von der EU-Kommission, dem ehemaligen belgischen Premierminister <a href=\"https:\/\/fr.euronews.com\/my-europe\/2024\/06\/10\/le-premier-ministre-belge-de-croo-annonce-sa-demission-apres-une-lourde-defaite-electorale\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Herman De Croo<\/a> im Namen von 25 EU-Mitgliedstaaten (mit Ausnahme von <a href=\"https:\/\/voxeurop.eu\/de\/country\/sweden-de\/\">Schweden<\/a> und <a href=\"https:\/\/voxeurop.eu\/de\/country\/austria-de\/\">\u00d6sterreich<\/a>), dem Europ\u00e4ischen Wirtschafts- und Sozialausschuss, der Mehrheit der Sozialpartner und der Zivilgesellschaft unterzeichnet, und sollte die Grundlagen f\u00fcr die Zukunft des sozialen Europas legen, d. h. die Sozialagenda f\u00fcr den Zeitraum 2024-2029 festlegen.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch sind diese Fortschritte im Alltag der Europ\u00e4erinnen und Europ\u00e4er nicht sp\u00fcrbar. Man braucht nur einen Blick in die Presse zu werfen, um Beispiele daf\u00fcr zu finden.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Im <strong>Guardian<\/strong> <a href=\"https:\/\/www.theguardian.com\/commentisfree\/article\/2024\/may\/14\/british-children-poverty-tories-gordon-brown\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">berichtet<\/a> der ehemalige britische Premierminister <strong>Gordon Brown<\/strong> \u00fcber die \u201eKinder der Sparpolitik\u201d, also die nach 2010 Geborenen, welche \u201e3,4 Millionen der 4,3 Millionen Kinder ausmachen, die im <a href=\"https:\/\/voxeurop.eu\/de\/country\/united-kingdom-de\/\">Vereinigten K\u00f6nigreich<\/a> in Armut leben\u201d. Eine Zahl, die in den letzten zehn Jahren aufgrund von K\u00fcrzungen der Sozialleistungen (z. B. die regelm\u00e4\u00dfige K\u00fcrzung des Kindergeldes, das jetzt 20 Prozent weniger wert ist) um etwa 100.000 Menschen pro Jahr gestiegen ist. \u201eIn den letzten 14 Jahren gab es zahlreiche dramatische Ereignisse &#8211; <a href=\"https:\/\/voxeurop.eu\/de\/category\/politics-de\/member-states-de\/brexit-de\/\">Brexit<\/a>, <a href=\"https:\/\/voxeurop.eu\/de\/category\/society-de\/health-de\/covid-19-de\/\">Covid-19<\/a> und die Energiekrise infolge des Krieges zwischen <a href=\"https:\/\/voxeurop.eu\/de\/country\/russia-de\/\">Russland <\/a>und der <a href=\"https:\/\/voxeurop.eu\/de\/country\/ukraine-de\/\">Ukraine<\/a>, um nur drei zu nennen. Aber, so fatal diese f\u00fcr das Leben der Menschen auch waren, bleibt die einzige Konstante die Sparpolitik\u201d, erkl\u00e4rt Brown.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>In <a href=\"https:\/\/voxeurop.eu\/de\/country\/france-de\/\">Frankreich<\/a> wird derzeit \u00fcber eine Reform des Arbeitslosenrechts debattiert, die unter anderem von dem Wirtschaftsmagazin <strong>Alternatives Economiques<\/strong> als \u201eMassaker&#8220; <a href=\"https:\/\/www.alternatives-economiques.fr\/assurance-chomage-un-jeu-de-massacre-10-graphiques\/00111369\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">bezeichnet<\/a> wird (deren Zukunft aufgrund der anstehenden Wahlen jedoch <a href=\"https:\/\/www.mediapart.fr\/journal\/economie-et-social\/120624\/assurance-chomage-le-timing-de-la-reforme-reste-incertain-pas-sa-brutalite\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">ungewiss<\/a> ist): \u201eNoch nie in den 66 Jahren des Bestehens dieses Rechts hat eine Reform die Arbeitslosen so misshandelt, noch nie hat eine Regierung so oft die Sparkeule geschwungen\u201d, schreibt <strong>Sandrine Foulon<\/strong>, die an die K\u00fcrzungen von 2019-2021 und 2023 erinnert, die nicht unerheblich sind.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Ein anderes Beispiel? <a href=\"https:\/\/voxeurop.eu\/de\/country\/finland-de\/\">Finnland<\/a>, dessen Fall der Soziologe und Gewerkschafter <strong>Micha\u0142 Kulka-Kowalczyk<\/strong> in <strong><em>Krytyka Polityczna<\/em><\/strong> <a href=\"https:\/\/krytykapolityczna.pl\/swiat\/ue\/finska-prawica-zwija-model-panstwa-dobrobytu-i-szukania-konsensusow\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">analysiert<\/a>. Laut Daten des Dachverbandes <a href=\"https:\/\/www.soste.fi\/uutiset\/soste-selvitti-hallituksen-leikkausten-vaikutukset-maakunnittain-lahes-17-000-uutta-alaikaista-tippuu-koyhyysrajan-alle\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Soste<\/a>, der rund 200 Solidarit\u00e4tsakteure umfasst, werden etwa 68.000 Menschen mehr unter die Armutsgrenze rutschen aufgrund der aktuellen <a href=\"https:\/\/yle.fi\/a\/74-20037304\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Sozialhilfek\u00fcrzungen<\/a>, darunter 16.700 Kinder. Einem Bericht zufolge, den die Regierung der Kommission <a href=\"https:\/\/rm.coe.int\/fin-ad-hoc-report-on-cost-of-living-crisis-2023\/1680ae60ff\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">vorgelegt<\/a> hat, werden es sogar 94.000 Menschen sein.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Wahlenthaltung und Ungleichheit<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p>Die Ergebnisse der j\u00fcngsten Wahlen sind besorgniserregend, nicht nur wegen des Rechtsrucks, sondern auch wegen der Nicht-W\u00e4hler, ein Problem, das wir in Europa gerne vergessen: In der gesamten EU haben 50,8 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme <a href=\"https:\/\/results.elections.europa.eu\/en\/turnout\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">abgegeben<\/a>, wobei die Wahlbeteiligung in Belgien, Deutschland und Luxemburg am h\u00f6chsten war. Aber fast die H\u00e4lfte der wahlberechtigten Europ\u00e4erinnen und Europ\u00e4er haben beschlossen, nicht an dieser demokratischen Abstimmung teilzunehmen, oder sie konnten es schlicht nicht. Am niedrigsten war die Wahlbeteiligung bezeichnenderweise in L\u00e4ndern wie Kroatien und Bulgarien, die zu den \u00e4rmsten der EU geh\u00f6ren.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eSoziale und territoriale Ungleichheiten beeinflussen die politische Beteiligung erheblich. Fr\u00fchere Studien haben gezeigt, dass die Wahlenthaltung in L\u00e4ndern mit niedrigeren Durchschnittsl\u00f6hnen h\u00e4ufiger ist; innerhalb der L\u00e4nder ist die Wahlenthaltung in \u00e4rmeren Gebieten und bei Personen aus prek\u00e4ren sozio\u00f6konomischen Verh\u00e4ltnissen gr\u00f6\u00dfer\u201d, erkl\u00e4rt <strong>Clara Mart\u00ednez-Toledano<\/strong>, Professorin f\u00fcr Finanzwirtschaft und Koordinatorin des Projekts zur Verteilung des Wohlstands bei der World Inequality Database.) \u201eDie extreme Rechte gewinnt in den meisten EU-L\u00e4ndern an Stimmen. Der Fokus auf soziokulturelle Themen, insbesondere auf die Einwanderung, hat sich als wirksam erwiesen, um W\u00e4hler aus prek\u00e4ren sozio\u00f6konomischen Verh\u00e4ltnissen anzuziehen, die fr\u00fcher linke Parteien gew\u00e4hlt haben, sich aber von diesen Parteien im Stich gelassen f\u00fchlen.\u201d&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Dazu kommt die bittere Realit\u00e4t, dass die obersten f\u00fcnf Prozent der europ\u00e4ischen&nbsp; Bev\u00f6lkerung 43,1 % des Gesamtverm\u00f6gens besitzen, w\u00e4hrend die weniger reichen 50 Prozent, nur 8 % besitzen, was die meisten EU-L\u00e4nder jedoch nicht davon abgehalten hat, in den letzten 30 Jahren die <a href=\"https:\/\/elordenmundial.com\/mapas-y-graficos\/desigualdad-eurozona-mas-ricos-el-5-acumula-43-riqueza\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Verm\u00f6genssteuer<\/a> abzuschaffen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>The right and far right are gaining momentum, in a continent concerned with mounting poverty and exclusion. 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