Die Art und Weise, wie wir lieben
Trotz der unbekannten Ursprünge des Valentinstags sieht die historische Tradition nicht so aus wie die heutige Warenextravaganz, und dafür können wir die Firma Hallmark verantwortlich machen. Im Jahr 1913 leistete das Unternehmen mit seiner Valentinskartenindustrie Pionierarbeit bei der Kommerzialisierung des Valentinstags, die Mitte der 80er Jahre von der Schokoladen-, Blumen- und Schmuckindustrie übernommen wurde.
Während einige lokale Varianten fortbestehen, hat der globalisierte Kulturexport die Art und Weise, wie der Valentinstag heute gefeiert wird, beeinflusst. Es wird argumentiert, dass sich unsere Perspektive auf romantische Beziehungen aufgrund dieses Phänomens verändert und dass die Art und Weise, wie wir Liebe ausdrücken in verschiedenen Kulturen zugunsten westlicher und patriarchalischer ‚Normen‘ verblasst.
Mit der Digitalisierung hat das Dating begonnen, eine andere Form anzunehmen, und junge Menschen öffnen sich für Ideen der Fluidität, nicht einschränkender Verpflichtungen und offener Kommunikation.
Aber während einige sich bemühen, ihre Beziehungen so zu reformieren, dass sie gleichberechtigter und inklusiver werden, sind andere darüber sehr verärgert und machen diese veränderten Normen für ihre Einsamkeit verantwortlich.
Lieblosigkeit und wachsende Ressentiments haben eine giftige, auf Frauenfeindlichkeit basierende Online-Kultur hervorgebracht, in der Feministinnen als das ultimative Problem wahrgenommen werden. Wir sprechen mit unseren heutigen Gästen über Liebe, Incels und darüber, warum das alles nicht falscher sein könnte.
Faris Cuchi Gezahgen ist eine intersektionale LGBTQIA*-Aktivistin, Performancekünstlerin und äthiopische Queer-Wissens- und Kulturproduzentin. Sie ist Mitbegründerin von House of Guramayle und stellvertretende Vorsitzende von Afro Rainbow Austria; der ersten Organisation, die von und für afrikanische LGBTQI+ Communities in Österreich gegründet wurde.
Carin Franzen ist seit 2020 Professorin für Vergleichende Literaturwissenschaft am Department of Culture and Aesthetics der Universität Stockholm. In ihrer Forschung untersucht sie die Geschichte der Subjektivität in der vormodernen sowie modernen und zeitgenössischen europäischen Literatur und beschäftigt sich mit Formationen von Subjektivität. Sie hat über die Aneignung von Subjektpositionen durch mittelalterliche und frühneuzeitliche Schriftstellerinnen in der Tradition der höfischen Liebe publiziert.
Leah Jule Ritterfeld ist Doktorandin der Philosophie an der Universität Wien und forscht zu Love-less Lives, Isolated Minds: The Epistemic Fallout of Incels. Sie arbeitet über Radikalisierung, Ressentiments und Liebe aus einer epistemischen Perspektive.
Wir treffen uns mit ihnen in der Bibliothek der Erste Stiftung in Wien.
Kreativteam
Réka Kinga Papp, Chefredakteurin
Merve Akyel, Art Director
Szilvia Pintér, Produzentin
Zsófia Gabriella Papp, ausführende Produzentin
Salma Shaka, Autorin-Redakteurin
Priyanka Hutschenreiter, Projektassistentin
Management
Hermann Riessner Geschäftsführer
Judit Csikós Projektleiterin
Csilla Nagyné Kardos, Büroverwaltung
OKTO Crew
Senad Hergić Produzent
Leah Hochedlinger Videoaufnahme
Marlena Stolze Videoaufnahme
Clemens Schmiedbauer Videoaufnahme
Richard Brusek Tonaufnahme
Video Crew Budapest
Nóra Ruszkai, Tontechnik
Gergely Áron Pápai, Fotografie
László Halász, Fotografie
Postproduktion
Nóra Ruszkai, leitender Video-Editor
István Nagy, Video-Editor
Milán Golovics, Gesprächs-Editor
Kunst
Victor Maria Lima, Animation
Cornelia Frischauf, Titelmusik
Bildunterschriften und Untertitel
Julia Sobota geschlossene Untertitel, polnische und französische Untertitel; Verwaltung der Sprachversionen
Farah Ayyash arabische Untertitel
Mia Belén Soriano spanische Untertitel
Marta Ferdebar kroatische Untertitel
Lídia Nádori Deutsche Untertitel
Katalin Szlukovényi Ungarische Untertitel
Daniela Univazo Deutsche Untertitel
Olena Yermakova Ukrainische Untertitel
Aida Yermekbayeva Russische Untertitel
Mars Zaslavsky Italienische Untertitel
Hosted by the Erste Stiftung Bibliothek in Wien.
Quellen
Der Valentinstag: Wie ist er entstanden und in den USA populär geworden? von Amber C. Snider, Teen Vogue.
Ist der Valentinstag nur ein kapitalistischer Feiertag? von Grace Proctor, Exepose.
Der Valentinstag: A Global Perspective von Markus Giesler, Huffpost.
Liebe (und Geschäft) ohne Grenzen: Der Valentinstag ist global geworden von Chris Jackson, Ipsos.
Gen Z-ers und die Liebe: Flattern, dann landen von Hermine Donceel & Dino Subašić, Euranet Plus News Agency.
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Ausschlusserklärung
Diese Talkshow ist eine Produktion von Display Europe: eine bahnbrechende Medienplattform, die in öffentlichen Werten verankert ist.
Diese Sendung wird kofinanziert durch das Programm Kreatives Europa der Europäischen Union und die Europäische Kulturstiftung.
Wichtig ist, dass die hier geäußerten Ansichten und Meinungen ausschließlich die der Autoren und Referenten sind und nicht unbedingt die der Europäischen Union oder der Europäischen Exekutivagentur für Bildung und Kultur (EACEA) widerspiegeln. Weder die Europäische Union noch die EACEA können für sie verantwortlich gemacht werden.
